Mit dem Frühling blüht auch die Kunst auf. Hier eine Auswahl der Ausstellungen, die man in dieser Saison nicht verpassen darf.
In Rovigo lädt der Frühling dazu ein, sich von Geschichten durch Malerei und Literatur verzaubern zu lassen. Im Palazzo Roverella ist bis zum 28 Juni Zandomeneghi e Degas. Impressionismo tra Firenze e Parigi (Zandomeneghi und Degas. Impressionismus zwischen Florenz und Paris) zu sehen. Diese Ausstellung inszeniert den Dialog zwischen zwei der bedeutendsten Maler des späten 19. Jahrhunderts: ein Blick auf die Moderne, die in Florenz entsteht und in dem impressionistischen Paris die volle Ausdruckskraft findet.
Nicht weit entfernt, im Palazzo Roncale, würdigt bis zum 29. Juni die Ausstellung Gian Antonio Cibotto (1925–2017). Il gusto del racconto (Gian Antonio Cibotto (1925–2017). Der Geschmack der Erzählung) die Stimme eines großen Schriftstellers, Journalisten und Kritikers, der eng mit dem Gebiet von Polesine verbunden war. Zwei unterschiedliche Ausstellungen, verbunden durch eine gemeinsame Idee: die Fähigkeit, die Wirklichkeit in Geschichten zu verwandeln, die bleiben.
Für alle, die bereits Sehnsucht nach den Olympischen und Paralympischen Spielen haben, gibt es gute Nachrichten! Der Geist des Wintersports lebt im Internationalen Zentrum für Fotografie „Scavi Scaligeri“ in Verona bis zum 2. Juni mit der Ausstellung „Winter Games!“ Gli sport invernali. (Winter Games! Der Wintersport) weiter. Fotografie dagli archivi LIFE 1936–1972. (Fotografie aus den Archiven LIFE 1936–1972.) Anhand der Aufnahmen der historischen Zeitschrift kann man die Energie der Wettkämpfe, den Reiz der Berge und die Entwicklung des Wintersports zwischen den 1930er- und 1970er-Jahren erleben – auf einer Reise, die Sport, Fotografie und die Erinnerung an das 20. Jahrhundert miteinander verbindet.
Bis zum 19. Juli empfängt das Centro Culturale Altinate San Gaetano in Padua die umfassendste Retrospektive zu M. C. Escher. Die Ausstellung umfasst Holzschnitte, Lithografien und Vorstudien und zeigt die unmöglichen Architekturformen und geometrischen Verwandlungen, die Escher zu einem Meister der visuellen Wahrnehmung gemacht haben. Zwischen mathematischer Strenge und poetischer Erfindung verzaubert die Ausstellung den Blick der Besucher jeden Alters, die dieses einzigartige Universum betreten.
Bis die 61. Internationale Kunstausstellung der Biennale di Venezia (Biennale von Venedig) eröffnet wird, braucht man noch ein bisschen Geduld. Schlüsselbegriffe wie Verzauberung, Fruchtbarkeit, Teilen und gemeinschaftsorientierte, schöpferische Praktiken werden die Themen sein, die die Ausstellung „In minor Keys“ begleiten, die von der im Mai 2025 verstorbenen Koyo Kouoh konzipiert wurde.
In Erwartung der Eröffnung am 9. Mai ist Venedig bereit, die Besucher mit einer Reihe von Ausstellungen zu empfangen, die unterschiedliche Perspektiven auf Kunst und Geschichte bieten. In den Stanze della Fotografia (Sälen der Fotografie) beleuchtet die Retrospektive Horst P. Horst. La Geometria della Grazia (Horst P. Horst. Die Geometrie der Anmut) die Eleganz und formale Vollkommenheit eines der großen Meister der Fotografie des 20. Jahrhunderts. Im Palazzo Ducale erzählt die Ausstellung Etruschi e Veneti. Acque, culti e santuari (Etrusker und Venezianer. Wasser, Kulte und Heiligtümer) vom Dialog zwischen zwei Zivilisationen - und zwar durch Funde, Symbole und heilige Orte. In der Peggy Guggenheim Collection hingegen zeichnet die Ausstellung Peggy Guggenheim a Londra. Nascita di una collezionista (Peggy Guggenheim in London. The Making of a Collector) die Jahre nach, in denen die berühmte Mäzenin begann, ihre außergewöhnliche Kunstsammlung aufzubauen.
In den Sälen des Stadtmuseums im Palazzo Chiericati in Vicenza ist die Ausstellung Pittura del vero in Veneto da Favretto a Beltrame (Die Realismusmalerei in Venetien von Favretto bis Beltrame) zu sehen, die Porträts und Landschaften aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert zeigt. Bis zum 14 Juni kann man dort die Werke von Giacomo Favretto und Angelo Beltrame bewundern, die Alltag, Gesichter, Gesten und Szenen der sich wandelnden venezianischen Gesellschaft zeigen. Das Ergebnis ist eine visuelle Erzählung, die lokale Tradition und den Streben nach Modernität miteinander verwebt und dabei ein oft wenig beachtetes Kapitel der regionalen Kunstgeschichte beleuchtet.
Ebenfalls in Vicenza beherbergt die Basilica Palladiana bis zum 26. Juli die Ausstellung Guido Harari. Incontri. 50 anni di fotografie e racconti. (Guido Harari. Treffen. 50 Jahre Fotografie und Erzählungen). Die Ausstellung zeichnet ein halbes Jahrhundert der Karriere des Fotografen nach und zeigt über 300 Bilder, Installationen und Filme, die von seinen Begegnungen mit Musikern, Künstlern, Intellektuellen und Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kultur erzählen.
Das Museum Luigi Bailo in Treviso würdigt bis zum 1. Dezember 2026 das Werk eines der einfühlsamsten Künstler der Trevisaner Kunstszene des 20. Jahrhunderts. Nino Springolo und "I due compagni" ist eine Ausstellung, die Freundschaft, Vertrautheit und die Fähigkeit des Malers in den Mittelpunkt stellt, menschliche Beziehungen mit Feingefühl und Tiefe einzufangen. Eine Gelegenheit, einen Künstler wiederzuentdecken, der Emotion und malerische Technik in einen intensiven Dialog mit dem Besucher verwebt.