Eine Reise durch Handwerkskunst, Materialien und Wissen: Vom Meer bis zu den Bergen verbindet in Venetien das Handwerk Tradition und Innovation. Glas, Spitze, Schmuck, Keramik, Schuhe, Holz: Jede Kreation entsteht aus überlieferten Gesten und lebt in Werkstätten, Museen und kleinen Läden weiter, die ihre Türen für diejenigen öffnen, die das kreative Herz dieses Landes entdecken möchten.
In der Venezianischen Lagune ist das Handwerk ein fester Bestandteil der Landschaft und der kulturellen Identität – ein Erbe, das nicht nur überlebt, sondern lebendig bleibt, und zwar in Werkstätten, Museen und Geschichten, die noch heute über das Wasser getragen werden.
In Murano verwandeln die Glasöfen das Material in Kunst voller Farben und Transparenzen, die die Insel weltweit berühmt gemacht hat. Wer einen Glasmeister bei der Arbeit beobachtet, sieht, wie Geschick, Feuer und Kreativität vereint werden. Im Glasmuseum können diese Eindrücke vertieft werden. In Burano flechten zwischen den farbenfrohen Häusern die Spitzenklöpplerinnen noch immer feinste Fäden mit dem „punto in aria“ – einer alten Technik, die einst angewandt wurde, um die europäischen Höfe zu schmücken. Heute wird im Spitzenmuseum davon erzählt.
Im Herzen Venedigs lassen die Werkstätten für handgefertigte Masken den Geist des Karnevals aufleben: Einzigartige Objekte aus Pappmaché, verziert mit Blattgold und Federn, können in den traditionsreichen Ateliers entdeckt werden. Und dann gibt es die weniger bekannte, aber ebenso faszinierende Kunst des traditionellen Schiffbaus: in den Squeri, kleinen Werften entlang der Kanäle, werden Gondeln und andere typische Boote gebaut und restauriert. Die älteste, Squero di San Trovaso, gewährt einen einzigartigen Einblick in ein Handwerk, das die Seele der Stadt bis heute prägt.
Im Gebiet von Bassano del Grappa und Nove ist die Keramik seit Jahrhunderten Familientradition: Bemalte Teller, farbenfrohe Krüge und Terrakottafiguren entstehen auch heute noch in Werkstätten, die besichtigt werden können. Das Museo Civico della Ceramica in Nove sammelt historische und zeitgenössische Werke, während viele Werkstätten Workshops anbieten, bei denen man versuchen kann, mit eigenen Händen zu formen und zu dekorieren.
Vicenza ist die italienische Hauptstadt der Goldschmiedekunst: Hier werden seit dem Mittelalter Edelmetalle mit einer Handwerkskunst verarbeitet, die die Stadt weltweit berühmt gemacht hat. Heute erzählt das Schmuckmuseum, untergebracht in der Basilika Palladiana, diese Geschichte anhand thematischer Sammlungen. Die Goldschmiedewerkstätten in der Altstadt bieten direkten Kontakt zu den Handwerkern sowie die Möglichkeit, einzigartige Stücke zu erwerben.
An der Riviera del Brenta ist die Schuhmacherkunst eine wahre Kunstform im Dialog mit der Haute Couture: Das Schuhmuseum in der Villa Foscarini Rossi in Stra erzählt diese Tradition mit einzigartigen Modellen, die für Dior, Yves Saint Laurent und Fendi geschaffen wurden. In Montebelluna, dem Herzen des Sportschuhs, erzählt das Museum dello Scarpone die Geschichte eines Gebiets, das Bergschuhe und Funktionsschuhe für Sportler revolutioniert hat. Zwischen zugänglichen Werkstätten und für Besucher geöffneten Unternehmen wird Design hier greifbar.
Historische Geschäfte und zeitgenössisches Design: Hier erzählt das Holz von einer der authentischen Seelen Venetiens. Im Vicentino, dem Herzen der Handwerkstradition, entstehen noch immer Möbel, die von Hand geschnitzt, poliert und vergoldet werden – ausgezeichnet mit den Qualitätssiegeln Mobile del Bassanese und Mobile d’Arte. In der Veroneser Ebene hingegen verwandeln Tischler und Designer die Tradition in edle Möbelstücke, die auf Messen und Fachausstellungen im Mittelpunkt stehen. Schließlich wird in den Belluneser Dolomiten Holz zur Skulptur: Maskenschnitzer und Handwerker erschaffen traditionelle Figuren und einzigartige Objekte, die auf Ausstellungen und Volksfesten im Mittelpunkt stehen.