Nach dem Erfolg im Mart von Rovereto landet “Der Schrei und der Gesang” im Museo Le Carceri von Asiago, aber hier, in der Heimatstadt von Paganin, findet es einen anderen Widerhall.
Für Giovanni Paganin (Asiago, 1913 - Mailand, 1997) ist der Körper das Terrain eines einsamen Krieges: jede Figur emergiert aus der Materie wie ein erstarrter Schrei, der nichts dem Dekorativen, aber alles dem Notwendigen schenkt. Das Fleisch wird zum Simulakrum: keine Darstellung, sondern Präsenz. Ein Eintauchen in den Schmerz des Lebens, den die strenge Nacktheit außerhalb jeder historischen Zeit positioniert.
Ilario Fioravanti (Cesena, 1922 - Savignano sul Rubicone, 2012) wählt den entgegengesetzten Weg: der Körper als Bühne der Geschichte, Theater der kleinen und großen menschlichen Widersprüche. Seine Figuren tragen Masken, die nicht verbergen, sondern offenbaren: Ironie wird zum Werkzeug des Wissens, nie zur Flucht.
Beide Künstler glauben, dass es beim Sculpting immer noch darum geht, dem Körper eine Form zu geben. Aber welchem Körper? Dem absoluten Körper von Paganin oder dem historisierten von Fioravanti? Dem Körper, der sich der Zeit entzieht oder dem, der sie durchquert? Es gibt keine eindeutige Antwort, sondern nur die Dringlichkeit, weiter zu suchen.
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