Venedig und Seine Lagune
Halten Sie an. Gleich nach Ihrer Ankunft – noch bevor Sie ein Foto von den Booten machen, die sanft auf dem Kanal treiben, noch bevor Sie sich vom Trubel mitreißen lassen – halten Sie kurz inne und betrachten Sie die Stadt. Es mag seltsam klingen, aber Venedig ist in erster Linie eine Stadt mit einem langsamen Atemzug, der aus Wasser, Steinen und Menschen besteht. Wenn Sie sie wirklich entdecken wollen, müssen Sie sich auf ihren authentischen Rhythmus einlassen.
Jetzt beginnen Sie zu spazieren. Lassen Sie das Handy in der Tasche, vergessen Sie Karten und Navigationsgeräte – folgen Sie einfach Ihrem Instinkt. Wenn Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, lassen Sie sich vom Canal Grande leiten. Tauchen Sie voller Abenteuerlust in die engen Gassen ein und überqueren Sie kleine Plätze und Brücken. Sobald ein Ausblick Ihre Aufmerksamkeit erregt, folgen Sie ihm, gehen Sie durch die kleinen Durchgänge und verlassen Sie die Hauptwege. Machen Sie sich keine Sorgen, sich zu verlaufen, denn am Ende führen alle Wege nach San Marco. Und wenn Sie dort ankommen, färbt sich der Himmel orange und der Marmor der Basilika spiegelt die letzten Sonnenstrahlen des Tages wider.
Wenn die Nacht hereinbricht, legt sich der Trubel des Tages und macht Platz für die stillen Momente in den traditionellen Osterien – dort, wo die authentischsten Begegnungen stattfinden, bei einem Gläschen Wein und einem Cicchetto. Mit vollem Magen und freiem Kopf bleibt noch Zeit für einen letzten Spaziergang durch die schmalen, schummrig beleuchteten Gassen oder entlang der weiten Uferpromenaden, die den Blick auf die stille, dunkle Lagune freigeben.
Aber die Stadt Venedig ist nicht allein: Sie ist das Zentrum eines Ökosystems, das aus Inseln besteht, die Sie nur erkunden können, indem Sie die Gewässer der Lagune durchqueren.
Im Norden zeigt sie sich rein und unverfälscht - mit Salzwiesen, Schilf und stillen Inseln, wo die Natur die Hauptrolle spielt und die Kunst plötzlich an den unerwartetsten Orten auftaucht.
Im Zentrum bewahren die bekanntesten Inseln alte Handwerkskünste, Kunstschätze und lebendige Traditionen.
Im Süden weitet sich der Horizont und geht beinahe ins Meer über, nur zurückgehalten von den schmalen Landstreifen des Lido und von Pellestrina, wo das Leben in einem ganz eigenen Gleichgewicht fließt.
Venedig und die Lagune sind zwei untrennbare Seelen, die gemeinsam das Reiseerlebnis formen.
Wenn Sie glauben, dass die Lagune das einzige Juwel ist, liegen Sie falsch. Lassen Sie Venedig hinter sich und betreten Sie wieder das Festland: Zwischen Kunststädten, Fischerdörfern und alten Festungsorten verbirgt das Hinterland wahre Schätze, die Ihre Reise bereichern werden.
Padova
Wenn Sie in Padua spazieren gehen, könnten Sie auf die gleichen Steine treten, über die bereits große Künstler und Wissenschaftler spazierten.
Ihre Reise beginnt im 14. Jahrhundert, auf den Spuren von Giotto und anderer Meister, die uns Meisterwerke der mittelalterlichen Kunst hinterlassen haben – in einem offenen Museum, das heute mit den Freskenzyklen des 14. Jahrhunderts in Padua zum UNESCO-Welterbe zählt.
Doch Padua kann sich eines weiteren wertvollen UNESCO-Titels rühmen. Die Stadt besitzt schließlich den ältesten Botanischen Garten der Welt, der sich noch immer an seinem ursprünglichen Standort befindet. Er wurde 1545 zur Erforschung von Heilpflanzen gegründet und beherbergt heute seltene Arten. Noch heute wird an diesem Ort geforscht.
Apropos Wissenschaft, Ihre Reise führt Sie mitten in die Renaissance, als Galileo Galilei an der Universität von Padua lehrte und bahnbrechende Forschungen durchführte. Wenn Sie den Palazzo Bo besuchen, können Sie seinen Lehrstuhl, das Anatomische Theater, die Aula Magna und die Scala della Sapienza bewundern.
Wo die Wissenschaft tiefe Spuren hinterlassen hat, ist Spiritualität keine Ausnahme. Die Basilika des Heiligen Antonius mit ihrer imposanten Architektur und den Kunstwerken, die sie beherbergt, ist eine der meistbesuchten Kultstätten der Welt: Jedes Jahr kommen Pilger aus nah und fern hierher, um die Reliquien des Heiligen zu ehren.
Nach dieser Zeitreise ist ein Stopp in Prato della Valle ein Muss. Dieser weitläufige Garten, einer der größten in Europa, empfängt Sie mit seinen spektakulären Statuen. Wenn Sie eine lebhafte Atmosphäre bevorzugen, wählen Sie eines der historischen Cafés zwischen der Piazza delle Erbe, der Piazza della Frutta und der Piazza dei Signori, die von eleganten Sehenswürdigkeiten wie dem Palazzo della Ragione und dem Uhrenturm umgeben sind. Doch neben dem Augenschmaus darf auch der Gaumengenuss nicht zu kurz kommen: Inmitten dieser Kunstschätze erwartet Sie im Mercato Sotto il Salone – dem ältesten überdachten Markt Europas – ein wahres Fest für die Sinne mit regionalen Köstlichkeiten, frischen Produkten und unwiderstehlichen Düften.
Glauben Sie nicht, dass es nur Padua zu bieten gibt: In der Umgebung der Stadt erheben sich Dörfer und ummauerte Städte voller Geschichten, Traditionen und gastronomischen Spezialitäten, die es zu entdecken gilt.
In diesem Meer an Wissen, in das Padua Sie eintauchen lässt, bleibt auch Raum für Entspannung: Die Euganeischen Thermen, eines der ältesten Thermalgebiete Europas, laden dazu ein, Körper und Geist zu verwöhnen und neue Energie zu tanken. Den Rahmen dieser Wellness-Oase bilden die Euganeischen Hügel, ein Mosaik aus Panoramawegen, historischen Dörfern und Weinbergen, ideal für Outdoor-Aktivitäten und um die Aromen dieses Landes zu entdecken.
Schon in der Vergangenheit waren Padua und Venedig durch einen Wasserlauf verbunden, der jahrhundertelang von Kaufleuten und Aristokraten genutzt wurde. Heute lebt diese Verbindung noch immer entlang der Riviera del Brenta weiter, wo einige der prachtvollsten Venetischen Villen stehen – stille Zeugen des goldenen Zeitalters der ehemaligen Republik Venedig, durchzogen von Geschichten alter Adelsfamilien und dem unvergleichlichen Genie von Andrea Palladio.
Belluno
Ein Ort, an dem die Grenze zwischen Stadt und Natur nicht spürbar ist: Die majestätischen Gipfel der Dolomiten umgeben das historische Zentrum von Belluno, wo Kunst und Architektur von einer mit Venedig verflochtenen Vergangenheit erzählen. Ab 1404 war die Stadt unter dem Einfluss der Republik Venedig, so bewahrt sie noch Details, die den venezianischen Einfluss offenbaren, wie die eleganten Fassaden der Paläste oder Borgo Piave, ein alter Flusshafen, von dem aus die mit Holz beladenen Flöße für die Werften ablegten.
Wer den Fluss Piave überquert, betritt den historischen Stadtkern. Hier empfängt Sie die stimmungsvolle Piazza Duomo, umgeben von der majestätischen Kathedrale San Martino, dem historischen Palazzo dei Rettori mit seinem Uhrturm und dem markanten Palazzo Rosso, der noch heute als Rathaus dient.
Der Palazzo Fulcis beherbergt in seinen Stadtmuseen, den Musei Civici, eine umfassende Sammlung, die von der Archäologie bis zur modernen Kunst reicht.
Wenn es Zeit für eine kurze Pause ist, empfängt Sie die Piazza dei Martiri mit ihren Cafés im Freien und den Boutiquen unter den Arkaden. Und wenn Sie eine längere Pause brauchen, verpassen Sie nicht die Gelegenheit, typische Gerichte und Produkte wie Pastìn und Skiz zu probieren
Außerhalb von Belluno, eingebettet zwischen Bergen und Tälern, laden weitere Dörfer und Kunststädte dazu ein, entdeckt zu werden – ein Refugium für Wanderer und Abenteurer, die den Kontakt zur ursprünglichsten Natur, den Nervenkitzel und jene Geschichten suchen, wie nur die Belluneser Dolomiten sie erzählen können.
Wussten Sie, dass Belluno die einzige Provinzhauptstadt ist, deren Gemeindegebiet Teil eines Nationalparks ist? Wenn Sie sich von Kirchen, Fresken und Museen entfernen, können Sie viel ältere Kunstformen bewundern, die von der Natur geformt wurden. Der Nationalpark Belluneser Dolomiten ist ein kostbares Ökosystem, das sich von 412 Metern Höhe bis auf 2.565 Meter erstreckt und dabei scheinbar die Grenzen des Himmels herausfordert.
Befestigte Städte in der Provinz von Belluno
Zwei Städte in der Provinz von Belluno rühmen sich des Titels "Città Murate del Veneto": Feltre mit seiner zurückhaltenden Schönheit und Eleganz und Pieve di Cadore.
Befestigte Städte in der Provinz von Padua
In Padua sind wertvolle Zeugnisse der Stadtmauer erhalten, die ab dem Jahr 1195 errichtet wurde, während jene aus der Renaissancezeit aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts beinahe vollständig erhalten ist.
Befestigte Städte in der Provinz von Treviso
Die Strecke beginnt in Asolo mit der imposanten Burg, dem Schloss der Königin Cornaro, dem Palazzo della Ragione und der Kathedrale. Castelfranco Veneto huldigt mit dem Museum, das seinen Namen trägt und dem Dom mit der äußerst berühmten „Madonna con il Bambino in trono" Giorgione, dem großen Sohn. Innerhalb der Stadtmauern aus dem XII Jahrhundert befindet sich auch das „Teatro Accademico", das akademische Theater.