Natur
Von Bergen, die den Himmel streifen, bis zu Lagunen, die die Küste sanft umspielen: am Rad durch Täler, Oasen und Gärten, zu Fuß durch Hochplateauwälder und Rebenhügel, den Quellen, Seen und Flüssen folgend, die die Ebene in eleganten Mustern durchziehen. Venetien ist eine Region kraftvoller, überraschender Naturgeschichten.
Es ist nicht nur eine Jahreszeit, sondern ein wahres Spektakel. In Venetien bringt der Herbst Wälder, Täler und Hügel mit Farbtönen zum Strahlen, die sich jeden Tag ändern. Der richtige Zeitpunkt? Wenn die Blätter unter den Füßen rascheln und die Landschaft gold-, kupfer- und rostfarben leuchtet.
Mit ausgebreiteten Flügeln über der Lagune, zwischen Dünen, im Schilf und entlang der Flüsse. Venetien ist ein wichtiges Durchzugsgebiet für Zugvögel und ein Paradies für Vogelbeobachter. Mit einem Fernglas und ein wenig Geduld wird man Teil einer unerwarteten Welt.
Tiefe Atemzüge in der Weite der Natur. Dolomitengipfel, versteckte Wasserfälle, einzigartige Biosphären und stille Gewässer: Erleben Sie die majestätische Natur Venetiens.
Das authentische Venetien zeigt sich auch am Land, und zwar in der echten Gastfreundschaft und einer entschleunigten Lebensart. Dörfer, Bauernhöfe, Landgüter und Reitausflüge: Hier wird der Kontakt mit der Natur durch die Entdeckung der typischen Produkte verstärkt.
Drei Orte, um die Herbstfarben zu bewundern
Venetien bietet unzählige Naturlandschaften, um das außergewöhnlichste Schauspiel des Herbstes zu bewundern: das Herbstlaub. Der Moment, in dem sich die Wälder in ein lebendiges Farbmosaik verwandeln. Hier stellen wir Ihnen vier Orte im venetischen Bergland vor, an denen man in der Natur versinken, Kastanien und Maronen probieren, guten Wein trinken und zahlreiche kulinarische Spezialitäten genießen kann.
Das Cansiglio-Plateau liegt mit seinem uralten Wald zwischen den Belluneser Voralpen und der Alta Marca Trevigiana. Der Herbst ist die beste Zeit für einen Spaziergang zwischen Buchen und Rotfichten: Man braucht nur einen der vielen Wege einzuschlagen, um durch ein Gemälde in Rot, Gelb und Ocker zu wandern. Im Herbst ist auch das Röhren der Hirsche zu hören, die um die Weibchen kämpfen, und mit etwas Glück lassen sie sich sogar beobachten. Pian del Cansiglio und Pian Osteria sind hervorragende Ausgangspunkte für Ausflüge und zugleich ideal für alle, die Spezialitäten wie Käse, Pilze, Polenta und Wild probieren möchten.
Die Hochebene der sieben Gemeinden in der Provinz Vicenza verwandelt sich im Herbst in eine bunte Farbpalette. Die Auswahl an Wegen für Wanderbegeisterte ist nahezu grenzenlos: von ruhigen Spaziergängen zur Entdeckung alter Weiler bis hin zu anspruchsvollen Bergtouren. Gegen Ende Oktober erwacht mit Farben, Düften und Stimmungen des zauberhaften Herbstes jedes Jahr „Asiago Foliage“ zum Leben. Dieses Fest feiert das spannendste Schauspiel des Jahres mit geführten Touren, Fotowettbewerben, Workshops für Kinder, Musik und Verkostungen typischer Produkte wie Asiago-DOP-Käse.
In der Provinz Verona zeigen sich die Farben des Herbstlaubs in voller Pracht im Regionalpark Lessinia, wo das Naturschauspiel alles in eine farbenprächtige Huldigung an die Majestät Herbst verwandelt. In der Lessinia schuf das Karstphänomen unglaubliche Formen, wie den Ponte di Veja, den größten Naturbogen Europas, und die Spluga della Preta, einen Abgrund, der rund tausend Meter in die Tiefe reicht. Zum Bewundern des Herbstlaubes gehört Valle delle Sfingi zu den schönsten Orten: Es begeistert mit faszinierenden Kalkstein-Monolithen, die an ägyptische Sphingen erinnern, umgeben von Buchenwäldern, die im Herbst in kupfernen und goldenen Tönen leuchten.
Monte Baldo
Ihr Urlaub im Schnee
Im Winter sind die Berge Venetiens ein optimales Ziel für all jene, die atemberaubende Natur und grenzenlosen Spaß sowie Entspannung im Schnee suchen.
Vor Ihren Augen entfaltet sich die einzigartige und kostbare Kulisse der Belluneser Dolomiten – Gipfel, die von der UNESCO zum Welterbe erklärt wurden –, der Hochebene der Sieben Gemeinden und des Regionalen Naturparks Lessinia.
Freuen Sie sich auf die Stille der verschneiten Landschaft, die saubere Luft, märchenhafte Ausblicke und immer bestens beschneite Pisten. Neben dem Skifahren können Sie zahlreiche weitere Outdoor-Aktivitäten genießen: Ziehen Sie die Schneeschuhe an und wandern Sie durch verschneite Wälder, fahren Sie mit dem Motorschlitten, probieren Sie Skitouren und Freeride aus, sausen Sie mit dem Schlitten oder dem Snowboard die Hänge hinab oder versuchen Sie sich im Eisklettern.
Wenn Sie Lust haben, sich bei einem köstlichen Gericht zu entspannen, können Sie eine Pause in einer der zahlreichen Hütten, Restaurants oder Chalets einlegen und unser reiches kulinarisches Angebot probieren.
Schneeberichte finden Sie im entsprechenden Abschnitt auf der offiziellen Website von Arpa Veneto.
Outdoor
Es gibt ein Venetien, das sich toll mit dem Rucksack, dem Kletterhelm oder den Skiern erkunden lässt. Ein Venetien, das nach Natur und Freiheit duftet – wo sich Pfade in den Bergen verlieren und Kanus wie Kajaks flussabwärts gleiten. Egal, ob Sie Adrenalin oder Ruhe suchen, hier können Sie klettern, fliegen, in die Pedale treten, paddeln oder einfach nur an der frischen Luft sein.
Skifahren in Venetien ist viel mehr als nur ein Urlaub im Schnee. Von den Belluneser Dolomiten über die Vizentiner Alpen bis zur Lessinia erwarten Sie Skigebiete für jeden Stil und jedes Niveau, Ausblicke, die Sie in die Natur eintauchen lassen, und viele Schnee-Aktivitäten für die ganze Familie.
Kanu, Kajak, Ausflugsboot oder traditionelles Boot – wählen Sie, wie Sie sich auf dem Wasser fortbewegen möchten, und lassen Sie sich vom ruhigen Takt von Flüssen, Kanälen und Lagunen leiten – vorbei an Fischerdörfern, durch stille Täler. Ein Erlebnis, das das Gebiet aus einer anderen Perspektive zeigt und den Frieden und die Ruhe einer ungewöhnlichen Reise enthüllt.
Entdecken Sie den Reittourismus in all seinen Facetten: Reiten Sie auf Nebenstraßen, durch Wälder und entdecken Sie Landschaften, die anderswo nicht zu finden sind - von den Hügeln an der Küste bis zu den Bergen.
Golfplätze inmitten malerischer Landschaften sind ideal für Golfbegeisterte und Profis, die auf der Suche nach sportlichen Herausforderungen und Entspannung sind.
Natur, Landschaften und Freiheit zu Pferd erleben
Venetien lässt sich auch im gemächlichen Rhythmus eines Pferdes entdecken. Von den Dolomiten bis zum Meer, durch Hügel, Hochplateaus und Naturparks, eröffnet der Reittourismus die Möglichkeit, die Landschaft intensiv zu erleben und Regionen voller Geschichte, Natur und Traditionen zu durchqueren. Ob bei einem einfachen Ausritt für Anfänger oder bei anspruchsvolleren Touren für erfahrene Reiter – jede Strecke eröffnet einen einzigartigen Blick auf die Landschaft.
In der Valpolicella führen die Reitausflüge durch gepflegte Weinberge, Olivenhaine und historische Dörfer, mit Pausen in Weinkellern oder Agriturismi. In den Euganeischen Hügeln führen die Reitrouten über grüne Höhenzüge, vorbei an venezianischen Villen und alten Klöstern, und sind perfekt auch für alle, die erste Erfahrungen zu Pferd sammeln wollen. Die Prosecco-Hügel von Conegliano und Valdobbiadene bieten malerische Routen durch Weinberge, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, und auf Schotterstraßen, die buchstäblich die Hänge hinaufklettern.
Zwischen den offenen Weiden der Lessinia und den Wäldern der Hochebene von Asiago 7 Gemeinden verlaufen naturnahe Routen, vorbei an Almen, kleinen Ortschaften und Spuren des Ersten Weltkriegs. Weiter östlich verbindet die Via delle Prealpi den Monte Grappa mit dem Cansiglio und bietet diverse Etappen und Touren, auch zu Pferd, entlang aussichtsreicher Kämme und vorbei an kleinen Dörfern.
Am Strand des Lido di Venezia und in den Pinienwäldern der Küste von Sottomarina kann man dem Meer entlang reiten und dabei die salzige Brise in der Nase spüren. Dazu eröffnen sich Landschaften vor den Augen, die zwischen Sand und Horizont zu schweben scheinen. Weiter südlich, im Po-Delta, ist das Pferd das ideale Fortbewegungsmittel, um ein einzigartiges Ökosystem mit Deichen, Lagunen, Schilfgürteln und ziehenden Flamingos zu erkunden.
In den Belluneser Dolomiten ist das Pferd der ideale Begleiter, um Wälder, Weiden und Höhenwege zu erkunden. Vom Val di Zoldo bis zum Val Comelico reitet man inmitten von Lärchenwäldern, Almen und spektakulären Ausblicken durch authentische Landschaften, die keine Menschenmassen kennen. Reitställe und erfahrene Guides stehen das ganze Jahr über bereit.
Das Spektakel kommt nach Venetien
Das Schauspiel in Venetien ist nicht nur Unterhaltung – es ist ein lebendiges Erbe, das in freskengeschmückten Sälen, vergoldeten Loggien, verborgenen Räumen in den Gassen und Amphitheatern weitergegeben wird. Jede Bühne hat ihre eigene Stimme, jeder Vorhang erzählt von einer Epoche.
Hier entstanden die bedeutendsten Geschichten der europäischen Musik des 18. Jahrhunderts – mit Antonio Vivaldi, Tomaso Albinoni, Francesco Maria Piave und Lorenzo da Ponte. Die klassische Musik und die Oper verlieren in Venetien ihren Platz nicht: Sie finden weiterhin in den Spielzeiten und Programmheften der renommierten Theater Heimat. Doch die wahre Bühne ist die Arena di Verona: Jeden Sommer verwandelt sie sich in das größte Freilufttheater der Welt. Über 13.000 Zuschauerplätze erwarten hier die gewaltigen Stimmen und die großen Werke eines der bedeutendsten Opernfestivals.
Von der Oper bis zur Experimentalkunst, von Sinfoniekonzerten bis hin zum großen Schauspiel – die Theater Venetiens sind lebendige Werkstätten der Kultur und des Spektakels.
Im Fenice di Venezia, Operntempel und internationaler Bezugspunkt für Opernproduktionen, werden jede Saison klassische Meisterwerke und neue Kompositionen mit europäischem Flair auf die Bühne gebracht. In Vicenza öffnet das Teatro Olimpico seine Tore für zeitlose Aufführungen und visionäre Projekte – getragen vom unvergleichlichen Zauber seiner palladianischen Kulisse. Padua hingegen begeistert im Teatro Verdi mit einem abwechslungsreichen Programm: von anspruchsvollem Schauspiel über moderne Inszenierungen bis hin zu besonderen Momenten für die ganze Familie. Das Teatro Sociale in Rovigo bewahrt eine starke Operntradition, die durch ein treues Publikum und ein Programm, das sowohl klassische Werke als auch neue Entdeckungen umfasst, bestätigt wird. Auch Treviso zeichnet sich mit dem Teatro Comunale Mario Del Monaco durch ein vielfältiges Programm aus, das Musik und Theater vereint – mit besonderem Augenmerk auf junge Talente.
Es braucht weder Samt noch Kronleuchter, um die Magie des Theaters zu erleben: In Venetien verlässt das Schauspiel oft die traditionellen Bühnen, um dem Publikum an unerwarteten Orten zu begegnen.
Auf den Euganeischen Hügeln liegt das Anfiteatro del Venda – eine Freilichtbühne im Herzen des Waldes, wo Musik und Worte im Licht des Sonnenuntergangs widerhallen. In den Belluneser Dolomiten bringen Festivals wie das Cadore Dolomiti Music Festival und das Dolomiti Arena – Slow Mountain Music Festival die Musik in Berghütten, auf Wiesen und auf Wanderwege. Das Publikum sitzt dabei im Gras und genießt die schönsten Naturterrassen von Cortina, dem Cadore und dem Valbelluna.
Es gibt Plätze, die sich nicht damit begnügen, eine Bühne zu sein – sie werden selbst zum Schauspiel.
In Marostica verwandelt alle zwei Jahre die berühmte Lebende Schachpartie unter dem Sternenhimmel das steinerne Schachbrett der Altstadt in eine einzigartige Theaterbühne – mit historischen Kostümen, Statisten und Choreografien. In Venedig wird der Markusplatz zur außergewöhnlichen Kulisse für die Sinfoniekonzerte des Theaters Fenice, die Straßendarbietungen während des Karnevals und die Auftritte großer Stimmen der internationalen Musikszene.
Venetien vor den Menschen
Vor dem Menschen war Venetien von tropischen Fischen, Meeresreptilien und sogar Dinosauriern bevölkert. Die Felsen der Region bewahren diese Fossilien und lassen uralte, erstaunliche Landschaften hervorkommen, die heute in Museen, auf Freilichtplätzen und entlang naturkundlicher Routen erlebt werden können.
In Bolca, im Herzen der Lessinia, können Sie eine der berühmtesten Fossilienfundstätten der Welt besuchen. Im Fossilienmuseum können Sie perfekt erhaltene Fische, Pflanzen und Insekten bestaunen. Mit einer Führung erreichen Sie zudem die Pesciara, den Steinbruch, in dem noch heute Ausgrabungen gemacht werden.
In Padua bietet das Museum für Natur und Mensch einen multimedialen Rundgang durch Gesteine, Fossilien, Mineralien und antike Funde – von der Halle der fossilen Palmen über die Delfine aus dem Gebiet von Belluno bis hin zum berühmten Säbelzahntiger.
Sehenswürdigkeiten und Museen, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten:
- Naturhistorisches Museum von Venedig "Giancarlo Ligabue"
- Stadtmuseum für Naturgeschichte „Die Erde und der Mensch“ in Crocetta del Montello
- Naturhistorisches Museum von Verona
- Museum für Archäologie und Naturwissenschaften "G. Zannato" in Montecchio Maggiore
- Museum „Vittorino Cazzetta“ in Selva di Cadore
- Paläontologisches Museum "Rinaldo Zardini" in Cortina d 'Ampezzo
- Museum für Naturgeschichte und Archäologie von Montebelluna
- Paläontologisches und prähistorisches Museum von Sant 'Anna d'Alfaedo
- Geopaläontologisches Museum von Cava Bomba in Cinto Euganeo
- Paläontologisches Museum des Priorats „Renato Gasparella“
- Didaktisches Naturkundemuseum "Patrizio Rigoni" in Asiago
- Naturkundemuseum und Archäologisches Museum von Montebelluna
Filmszenen: Venetien auf der großen Leinwand
Bevor sie zu Denkmälern und touristischen Zielen werden, sind bestimmte Orte Geschichten. Sie bilden den Rahmen, geben den Rhythmus vor und darum bitten, erzählt zu werden. In Venetien gibt es nicht nur stimmungsvolle Kulissen, denn hier werden Schauplätze zu echten Hauptdarstellern: Villen im Nebel, visionäre Architektur, Landschaften, die zwischen Zeit und Erinnerung schweben und große Regisseure wie Schauspieler inspirieren.
Venetien zum Lesen, Venetien zum Erleben: Auf den Spuren der großen Autoren
Es gibt Orte, an denen man Literatur nicht liest: man durchschreitet sie, atmet sie ein, erkennt sie in der Landschaft wieder. Venetien ist eine lebendige Geografie der Worte, in der Verse, Romane und Gedanken großer Autoren zum Reise-Kompass für unerwartete Wege werden.
Die Euganeischen Hügel beherbergen die Worte des Vaters des Humanismus: Der Literaturpark Francesco Petrarca folgt den Spuren des Dichters, der hier in Arquà inmitten von Zypressen und lateinischen Versen seine letzten Jahre verbrachte. Doch dies ist keine Reise allein: Von Shelley bis Byron, von Foscolo bis Goethe – diese Hügel haben unruhige Geister und tiefgründige Blicke angezogen. Die Route führt vorbei an Einsiedeleien, Gärten, Dörfern und Landkirchen und zeichnet dabei eine literarische Landschaft, die sich jeder Postkartenidylle entzieht und sich tief im Gedächtnis verankert.
Riesiges, verschlungenes, wundervolles Delta.
So schreibt Emilio Salgari in Die Geheimnisse des Schwarzen Dschungels, einem der Sandokan gewidmeten Fantasy-Romane. Zwar ist allgemein bekannt, dass der Schriftsteller niemals an den Orten war, an denen er seine Romane spielen ließ – doch nur wenige wissen, dass die Inspiration für die Beschreibung des Ganges-Deltas von der Insel Boschetto, einem Abschnitt des Flusses Etsch südlich von Verona, stammt, der damals noch eine wilde, bewaldete Gegend war.
Eine Postkarte der Götter.
Der Dichter Andrea Zanzotto, der in den Prosecco-Hügeln von Conegliano und Valdobbiadene geboren wurde und lebte, widmet ihnen genau diese Worte. Die Dichtung Zanzottos ist untrennbar mit seiner Umgebung verbunden: mit der sanften, farbenfrohen Landschaft der Marca Gioiosa et Amorosa, ein mittelalterlicher Beiname, der auch heute noch passt und die Provinz Treviso beschreibt - berühmt für ihr unbeschwertes Lebensgefühl und ihren guten Wein.
Ernster und würdevoller war Dino Buzzati, fast so, als wolle er stets an die Berge erinnern, in denen er geboren wurde und die er nie vergaß: die Belluneser Dolomiten. Er war einer der größten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und das Lesen seiner Werke führt uns auf eine zeitlose Reise, in der die ergreifenden Berglandschaften die Hauptrolle spielen – und der Mensch nur eine Nebenfigur ist. Dem Schiara, dem Berg, den er vom Balkon seines Hauses aus sah, widmete er das Werk L‘amico Schiara. Doch aus den einsamen und geheimnisvollen Landschaften von Valmorel in der Gemeinde Libana entsteht der literarische Rundweg, der seinem letzten Werk I miracoli di Val Morel gewidmet ist.
Mario Rigoni Stern hingegen erzählte von der Hochebene von Asiago der 7 Gemeinden: In seinen Romanen sind die eigentlichen Protagonisten die Wälder, die Tiere und die Berge, die ihn geboren werden, zum Mann heranwachsen und als Soldaten fortziehen sahen. Im Vorwort zu seinem berühmtesten Roman Il sergente della neve erinnert er sich so an die Bäume der Villa Zecchin:
[...] müde vom Spielen legten wir uns zu Füßen der Vier Lärchen hin und lasen laut Abenteuerbücher; jeder von uns war eine Figur: Corsaro Verde, Penna di Falco, Sandokan, Kim, der Kapitän. Bei Sonnenuntergang kletterten wir alle auf die Spitze der Bäume, jeder hatte seinen eigenen, und von dort aus beobachtete man schweigend den Himmel, in dem fantastische rote Wolken wanderten.
Es scheint ein Brauch der venezianischen Schriftsteller zu sein, sich von ihrer Landschaft inspirieren zu lassen, um universelle Geschichten von Orten, Menschen und Gefühlen zu erzählen. Aber auch weltberühmte Künstler nutzten diese Gebiete als Kulisse für die Erzählung ihrer Abenteuer. Man denke an Ernest Hemingway, der in seinem Roman Di là dal fiume e tra gli alberi das Ostvenetien beschreibt – die Täler, Pinienwälder und Lagunen von Bibione und Caorle.